Die psychosozialen Defizite der Großstadt – Hausarztmedizin unverzichtbar
Einsamkeit durch fehlende familiäre Strukturen, Lärm, Licht, dichte Besiedelung, Bewegungsmangel und berufliche Belastungen sind nur einige der Stressoren, unter denen insbesondere die Bevölkerung von Ballungsräumen und Großstädten leidet. Alarmierende Zahlen aus internationalen und nationalen Studien bestätigen, was der städtische Hausarzt in seiner täglichen Praxis schon seit langem erlebt: Die Zahl der Erkrankungen im Bereich des psychischen und psychosomatischen Spektrums nimmt dramatisch zu und stellt eine wesentliche Ursache von Arbeitsausfällen und langfristigem Behandlungsbedarf mit Gefahr der Chronifizierung dar. Auffangen, Zuhören, Empathie und Mitdenken sind existentielle Bestandteile eines Sozialwesens. Wo diese zu kurz kommen, treten Störungen auf, die schnell Krankheitswert bekommen können. Dies betrifft nicht nur Erwachsen, sondern in zunehmendem Maße auch Kinder und Jugendliche. Das individuelle Leid und nicht zuletzt auch die immensen Kosten für das Sozialwesen können nicht einfach schulterzuckend hingenommen werden.